Beobachtung fetaler Bewegungsmuster – nützlich oder schädlich?

Ein ungeborenes Kind, das ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt ist, kann sich theoretisch problemlos im Uterus bewegen. Ob es das tatsächlich tut, wie oft, wie intensiv und wie lange, wissen wir nicht. Je nach Schwangerschaftsalter, Platzverhältnissen und individuellen Bedingungen entstehen unterschiedliche Bewegungsmuster. Dennoch sind sich die meisten Experten einig, dass reichliche Bewegungen ein Zeichen für fetales Wohlbefinden sind. Fehlen die Bewegungen, ist die Interpretation weniger klar.

Über viele Jahre wurde empfohlen, dass Schwangere die Bewegungen beobachten und dokumentieren sollten, um eine mögliche Notlage des Kindes zu erkennen. Dazu gab es passende „Kick-Charts“ und Apps. In der aktuellen Evidenz gibt es allerdings Hinweise, dass die Empfehlung zur systematischen Beobachtung fetaler Bewegungsmuster zu einer Erhöhung der perinatalen Mortalität und Morbidität führt.